9. & 16. Dezember 2006: "Zu verkaufen!"

Ein fast leeres Wohnzimmer als Bühnenbild!

Aber was kann man erwarten von einem Haus, das zum Verkauf ansteht? Eigentlich nicht mehr als sauber gestrichene Wände und einige ausrangierte Möbelstücke, die vom Vorbesitzer stehen gelassen wurden.


Auf dieser kargen Bühne konnten eigentlich nur die Schauspieler überzeugen - und das taten sie am Samstag, dem 09. Dezember, und zwar so überzeugend, dass man manchmal vergaß, dass es sich um Amateurtheater handelte. Die Bühnenvereinigung Saarwellingen präsentierte die Komödie "Zu verkaufen" von Daniel Stenmans. Das Stück spielt in einem Kaff irgendwo in der amerikanischen Provinz und bietet der Regie die Möglichkeit, herrlich kontrastierende Charakterrollen zu erschaffen.


Bonnie, erfrischend frech gespielt von Tanja Jochem, und ihr Partner Cleetes überzeugend einfältig - oder doch nicht? - dargestellt von Christian Weyand) nisten sich nach erfolgrei-chem Bankraub mit der Beute von 2 Millionen Dollar in einem leer stehenden Haus ein, weil Cleetes das Fluchtauto in den Graben gesetzt hat, um einem Kaninchen auszuweichen. Der Hausbesitzer Harlow Henderson (souverän als alter Herr mit Schrullen: Jürgen Freichel) hält sie für die Käufer und neuen Bewohner, und die beiden Gauner lassen sich allzu bereitwillig auf diese Verwechslung ein.
Als nun die tatsächlichen Käufer Holly und Jack Gribble auftau-chen (sehr einfühlsame, teils unter die Haut gehende Darstellung von Oranna Reinhart; Thors-ten Sprengart nutzt in seiner Rolle als Jack die ganze Bandbreite seines komödiantischen Ta-lents), scheint die Katastrophe perfekt. Aber weit gefehlt: erst das unbeabsichtigte Eingreifen der beiden älteren Jacobowicz-Schwestern (Silvia Freichel als Glenda und Esther Kallenborn als Agatha - beide wunderbar spleenig) bringt alles richtig durcheinander.
Als dann auch noch der Sheriff erscheint (Joachim Becker gibt dieser Rolle einen deutlichen Hauch von Pa-rodie auf den amerikanischen Größenwahn), gerät alles durcheinander - für ihn! Für die Be-teiligten klärt sich allmählich alles auf, mehr oder weniger zu ihrem Gefallen.