Welttheater:

Die Aufführungen 1949 bis 1956

In den Aufführungen im Jahre 1949 wurden etwa 11.000 BesucherInnen gezählt. Sicher wären noch mehr ZuschauerInnen gekommen, hätte das Saarland damals bereits zur Bundesrepublik gehört, so dass eine weiträumigere Werbung und auch ein unbeschwerlicherer Besuch möglich gewesen wäre. Der Erfolg des Jahres 1949 beflügelte auch eine Wiederholung der Festspieltage im folgenden Jahr, ohne dass zwei dazu passende Daten (350. Geburtstag Calderons und "Heiliges Jahr" 1950) in der Werbung gebührend berücksichtigt wurden. In der Zeit vom 12. Bis 27. August 1950 wurde das Mysterienspiel ebenfalls sechs mal aufgeführt. - Nach einer Pause wurde dann im Sommer 1956 "Das Große Welttheater" noch viermal in Saarwellingen aufgeführt, wobei die für den 11. August vorgesehene Premiere, wegen schlechtem Wetter, um einen Tag verschoben werden musste. Fast alle Hauptrollen wurden von den gleichen SpielerInnen wie in den Jahren 49/50 bekleidet. Es gab lediglich folgende personelle Änderungen:

    Das Gesetz Edwin Ruthardt
    Das Kind Monika Klein
    Ein Herold Siegfried Klein.
    Für die Sprechchöre verantwortlich war Josef Fritz.



Die "Saarbrücker Zeitung" fasste ihren Bericht mit folgenden Worten zusammen: "Für diese grandiose Aufführung, die aber wirkungsmäßig kein Theater, sondern eine gewaltige Missionspredigt war, kann man sowohl dem Initiator, Definitor Laub, als auch dem Spielleiter Theo Krämer für diesen großartigen Wurf, desgleichen aber auch den Hauptdarstellern wie auch den vielen, vielen Händen, die in den Vorbereitungen und der Durchführung dieser, man darf wohl sagen, einmaligen Aufführung beteiligt waren, nicht übersehen dabei die Musiker und Chorsänger und -sängerinnen, nur höchste Anerkennung und Dank entgegenbringen. Möchte doch jeder dieses packende und mahnende, aber auch von stiller Tröstung erfüllte Spiel sehen."10)

Dennoch war den Aufführungen nicht die gleiche Resonanz - vielleicht auch wetterbedingt - zuteil geworden wie in den beiden ersten Aufführungsjahren. Pastor Laub vermerkt in der Pfarrchronik: "Die Bühnenvereinigung führte, unterstützt durch alle kulturellen Vereinigungen der Dorfgemeinschaft, wiederum Calderons `Großes Welttheater`auf. Leider war der Besuch nicht mehr so stark wie bei den früheren Aufführungen, wohl auch deshalb, weil die Propaganda zu spät eingesetzt hatte."

Bis heute blieben die Vorstellungen von 1956 die letzten Aufführungen, obwohl immer wieder in Saarwellingen - und dies nicht nur in den Reihen der Bühnenvereinigung - die Möglichkeiten einer erneuten Aufführung Diskussionsthema sind. In der Saarwellinger Bevölkerung jedenfalls sind die Aufführungen bis heute nachhaltig wirksam, und zwar sowohl bei den Älteren als auch bei denjenigen, die die letzte Aufführung 1956 als Kinder miterleben konnten.

Bleibt die Frage, ob in Saarwellingen bei Beibehaltung des Aufführungs- rhythmus von etwa 5 Jahren ein vergleichbarer Erfolg, wie in Einsiedeln möglich gewesen wäre? Obwohl bereits 50 Jahre seit den ersten Aufführungen vergangen sind, ist in gewissen Zeitabständen in Saarwellingen die Möglichkeit einer erneuten Aufführung immer wieder Diskussionsthema. In der Saarwellinger Bevölkerung jedenfalls sind die Aufführungen bis heute nachhaltig wirksam, und zwar sowohl bei den Älteren als auch bei denjenigen, die die letzten Aufführungen 1956 als Kinder miterleben konnten.

Gelingt es in absehbarer Zeit wieder einmal in Saarwellingen genügend Calderon-Fans zu finden, die den kulturellen Kraftakt einer Neuinszenierung des Welttheaters wagen?



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